Kosten neu definiert!

Drei Kostenarten mit verschiedener Leistung

Kosten sind schon von vielen klugen Fachleuten unter die Lupe genommen, analysiert und in Gruppen eingeteilt worden, aber ich kann mich nicht erinnern schon einmal über die Leistung der Kosten, die diese eigentlich erbringen sollten, gelesen zu haben. Kosten, Privatleute sprechen hier auch manchmal fälschlicherweise von Unkosten, sind nicht einfach nur negative Geldbeträge, sondern es sind Beträge wofür der Unternehmer eine Leistung erwarten kann und muss. Untersucht man aber die Leistungen, die, die Kosten erbringen sollten, so stellt man sehr schnell fest, dass dieses nicht bei allen Kosten gegeben ist.

Nun spricht sowohl der Volksmund als auch der Unternehmer von wachsenden, bzw. steigenden Kosten, wobei sich mir und sicherlich auch so manchem anderen die Frage stellt, wieso Kosten eigentlich wachsen sollen, so ganz von selbst. - - - Und da wären wir schon beim eigentlichen Problem. Ausgerechnet die Kosten, die keine Leistung erbringen steigen fast immer von selbst. Weil aber Kosten in sehr starken Masse über das Wohl und Weh eines Unternehmens entscheiden, ist es unbedingt notwendig eine völlig neue Einteilung aufzustellen, denn wenn der Unternehmer Kosten senkt, sollte er vorher wissen welche.

Kosten Abb.1
Kostengruppe A

Kosten mit klar definierter Leistung!
Das sind Kosten wie z.B.  Lohnkosten (Abb1/4), für die der Arbeitnehmer eindeutig eine Leistung für den Arbeitgeber erbringt. Auch Lohnnebenkosten gehören dazu. Denn für die Steuern die Arbeitgeber- und nehmer bezahlen, erbringt der Staat oder die Kommune eine Leistung. Für die Kranken- und Arbeitslosen- und Rentenversicherung erbringt die jeweilige Versicherung eine Leistung, (an der man allerdings heute manchmal zweifeln kann). Kosten, welche eine Leistung erbringen sind in der Regel leicht zu erkennen, folglich muss ich sie auch hier nicht alle einzeln aufzählen. Diese Kosten wachsen mit Sicherheit nicht von selbst, sondern immer nur dann, wenn vorher ein Mensch eine Entscheidung getroffen hat. Also sind diese Kosten von jedem Unternehmer ganz klar beeinflussbar.

Kostengruppe B

Kosten mit fragwürdiger Leistung!
Werbekosten gehören zu den Kosten mit fragwürdiger Leistung (Abb.1/5). Wieso? - - - Nun, schaltet ein Unternehmer eine Anzeige oder ein Spot, so weiß er was diese kosten, aber er weiß nicht was diese Anzeigen bzw. Spots bringen/leisten. Er weiß nicht, ob er sein Geld vielleicht zum Fenster hinaus geworfen hat oder nicht. Bringen also die Kosten, die der Unternehmer für Werbung ausgegeben hat, nicht den gewünschten oder besser, vorgesehenen Erfolg, müssen logischerweise andere Kostenträger diese Leistung erbringen. Bei diesen Kosten sollte sich jeder Unternehmer fragen, ob sie überhaupt notwendig sind und ob er sie nicht vielleicht noch weiter senken kann. - - - Auch diese Kosten steigen nur nach vorher vom Unternehmer getroffene Entscheidung und niemals von selbst.

Kostengruppe C

Kosten OHNE Leistung!
(Der Zinsempfänger erbringet für Zinsen die er einnimmt keine Leistung) Soll-Zinsen = Kapitalkosten sind Kosten (Abb.1/1+2), welche nicht die geringste Leistung erbringen, außer die Bankmarge mit etwa 1,5 Prozent. - - - Bis heute ist es so, dass in den meisten Unternehmen die Soll-Zinsen immer noch als Soll-Zinsen behandelt werden. Diese minimieren den Gewinn genauso wie es andere Kostenebenfalls zu tun pflegen, aber sie werden in der Betriebsabrechnung immer noch als Soll-Zinsen gesehen und nicht als leistungslose Kapitalkosten. Bereits hier liegt der uralte Fehler. Ein weiterer, für ein Unternehmen längerfristig verheerender Fehler ist, dass diese Kosten in einem Betrieb die einzigen Kosten sind, die von selbst wachsen, mit einer Ausnahme, nämlich dann wenn ein Unternehmer in seinem Betrieb seinen bestehenden Kredit erhöht bzw. einen neuen Aufnimmt. (es geht hier eine menschliche Entscheidung voraus) In diesem Falle erhöhen sich die Kapitalkosten in seinem Betrieb, aber für den Käufer seiner Produkte, mit denen er handelt oder die er herstellt, erhöhen sich die Kosten immer von selbst.

Mietkosten gehören ebenfalls zur Kostengruppe C, weil sie zu über 70 Prozent aus Kapitalkosten bestehen.

Kosten Abb.3
Es geht also hier keine menschliche Entscheidung voraus. Das bedeutet auch, dass der Unternehmer diese Kosten niemals in den Griff bekommen kann. Sie wachsen ihm mit Sicherheit eines Tages über den Kopf und zwingen ihn zunächst zum Wachstum seines Umsatzes und falls der Markt kein Wachstum mehr zulässt, zur Aufgabe, oder schlimmstenfalls in den Konkurs.

Weil diese Kosten von selbst wachsen, von der genannten Ausnahme abgesehen, und zudem auch noch keine Leistung erbringen, sind sie der einzige Grund für einerseits des fürchterlichen Wachstumszwangs, welchem unsere Marktwirtschaft weltweit ausgesetzt ist und anderseits für die seit 1973 stark zugenommenen Pleiten.

Die Kapitalkosten müssen immer, ausnahmslos, von anderen Kostenträgern innerhalb eines Betriebes mit „erleistet“ werden!  - Wenn wir nun von dieser unwiderlegbaren Tatsache ausgehen, nämlich der Tatsache, dass die Sollzinsen = Kapitalkosten eines Betriebes immer von anderen Kostenträgern des gleichen Betriebes „erleistet“ werden müssen, so führt diese zwangsläufig zu folgenden, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen!

Die Probleme:
Firmenpleiten * exponentielles Wachstum der Wirtschaft * Zunahme von Gewalt bei Jugendlichen * Zunahme des Drogenkonsums * Umweltzerstörung * Umweltverschmutz-ung * Hohe Anzahl von Arbeitslosen * Überforderung der Arbeitenden * Lohnminimierung * Ausbreitung der Armut * Zwang aller Unternehmer den Umsatz zu erhöhen * Investitionsdruck der Banken * Angst des Arbeitnehmers um seinen Arbeitsplatz,* Stress bis zur Krankheit * Zustande kommen unglücklicher Ehen * Überflüssige, qualvolle Tiertransporte * Kinderarmut * Hühnerknast *Inflation bzw. Deflation *
Jede/r Geschäftsmann/frau muss sich im Klaren darüber sein, dass sie/er nicht nur für ihr/sein eigenes Wohl sorgt, sondern dass sie/er auch Zinseintreiber des Großkapitals ist. Je eher ihr/ihm das bewusst ist desto besser für sie/ihn.

Wie z.B. ein Unternehmer vom Groß-Kapital benutzt und dadurch zum Wachstum gezwungen wird. Und wenn der Markt kein Wachstum mehr zulässt, letzten Endes in den Ruin getrieben wird, soll folgendes Beispiel darstellen:

Dieser Unternehmer macht einen jährlichen Umsatz von z.B. einer Mio. Seine Kosten belaufen sich auf 800.000,- so bleibt ihm ein Reingewinn vor Steuern von 200.000,- . Wenn der Markt sich nicht verändern würde, könnte er diese Situation Jahre lang aushalten, ohne irgend etwas unternehmen bzw. verändern zu müssen. Er brauchte weder seinen Umsatz zu erhöhen noch seine Werbekosten zu verändern, noch brauchte er Leute einzustellen noch zu entlassen.

Aber......
die Kosten steigen und kein Wirtschaftsexperte kümmert sich darum, festzustellen, welche Kosten es denn nun eigentlich sind, die ganz von selbst kontinuierlich steigen. - - - Nun wissen wir aber, dass es nur die Kapitalkosten sind, die von selbst wachsen. Das wirkt sich dahingehend aus, dass ein Unternehmer seine Waren nicht mehr zum gleichen Preis einkaufen kann wie bisher, oder er muss, um den gleichen, bisherigen Preis pro Stück zu erhalten, mehr abnehmen. Das bedeutet einerseits eine allmähliche Zunahme seines Lagerbestandes und anderseits der Druck, in kürzerer Zeit mehr zu verkaufen, mehr umzusetzen.