Bildung ist auch zu wissen, wie unser Banken- und Wirtschaftssystem funktioniert.

„Eigentlich ist es gut, dass die Menschen der Nation unser Banken- und Währungssystem nicht verstehen. Würden sie es nämlich, so hätten wir eine Revolution noch vor morgen früh“
Henry Ford 1920

„Jeder Bürger unseres Staates muss um die wirtschaftlichen Zusammenhänge wissen und zu einem Urteil fähig sein, denn es handelt sich hier um Fragen unserer politischen Ordnung, deren Stabilität uns aufgegeben ist!“
Ludwig Erhard 1962

Guthaben erzwingen Schulden!
Beispiel
Frau Guthab legt 1.000.000 € zu 5% Zinsen bei ihrer Bank an. Nach Ablauf eines Jahres schreibt die Bank Frau Guthab 50.000 € gut.
Die Frage ist: Woher nimmt die Bank die 50.000 € ? - - - Zunächst vom Verlustkonto.
Selbstverständlich will die Bank keine 50.000 € Verlust schreiben, daher hat sie keine andere Möglichkeit, als die 1 Mio. der Frau Guthab, zu einem höheren Zinssatz versteht sich, (vielleicht 10%), an einen Kreditnehmer zu vergeben. - - - Die Bank sucht einen Kreditnehmer und findet Herrn Kredit, der 1 Mio. Kredit braucht um sein neues Geschäft zu eröffnen.
Für die Bank ein günstiger Zufall, denn leider klappt das nicht immer so.


An diesem Beispiel ist erkennbar, dass Guthaben Schulden erzwingen. Denn, könnte die Bank die 1 Mio. nicht als Kredit vergeben, weil auf dem Markt gerade keine 1 Mio. verlangt wird-, müsste sie 50.000 € Verlust verbuchen.



Die Sollseite der Bank.
Es gibt eine Formel, mit der man errechnen kann, in wie viel Jahren sich ein bestimmter Betrag verdoppelt. (72 geteilt durch den Zinssatz ergibt die Anzahl der Jahre) Hier in diesem Beispiel werden also aus der 1 Mio. in 14,4 Jahren 2 Mio. In 72 Jahren sind aus der 1 Mio. 32.000.000 € geworden. Man spricht hier von exponentiellen Wachstum.

Die Habenseite der Bank.
Da sich das Vermögen von Frau Guthab in 72 Jahren ohne ihr Zutun 5 mal verdoppelt hat, müssen sich auch zwangsläufig die Kredite bzw. Schulden fünf mal verdoppelt haben. Das kann in unserem Geldsystem nicht anders sein, denn die Bank kann die Zinsen der Guthaben in diesem Beispiel 31 Mio. nur von den mehr eingenommenen Zinsen der Kreditnehmer zahlen/gutschreiben.

Konsequenz.
Alle Bundesbürger verfügen z.Z. Über ein Geldguthaben von 6,3 Bill. Nach dem oben erbrachten Beweis, haben wir alle somit eine Gesamtschuld von 6,3 Bill. auf dem Buckel. Davon fallen auf den Bund etwa 1,8 Bill. die anderen 4,3 Bill. Verteilen sich auf Firmen, Geschäfts- und Privatleute. - - - Die Höhe der Gesamtschulden wird der Bevölkerung ganz bewusst verschwiegen. Vielleicht um sie nicht auf das unqualifizierte Wirtschaftssystem hinzuweisen zu müssen?

Folgen.
Die Banken sind auf die Zinseinnahmen, die durch die Gesamtschulden entstehen, angewiesen daher besteht keine Möglichkeit die Schulden zu verringern bzw. abzubauen. Wenn also ein Unternehmen seine Schulden abbauen würde -schon der Gedanke ist völlig absurd- müsste ein anderes Unternehmen (oder ein anderer Schuldner) einspringen, d.h. Kredite aufnehmen, weil sich sonst die Zinseinnahmen der Banken verringern würden.


Anders ausgedrückt: Es wird nicht gespart, weil die Schulden abgebaut werden sollten, sondern weil sonst nicht mehr genug Geld übrig ist um die Guthaben mit Zinsen und Zinseszinsen zu versorgen.



Noch viel schlimmer...
ist es, wenn es den Banken, aus welchem Grund auch immer, nicht gelinkt alle Guthaben als Kredite zu vergeben. Dann nämlich ist der Staat/Bund gezwungen das nicht zu verleihen-de Geld selbst als Schuldner zu übernehmen. Der Bund wird also in diesem System gezwungen Schulden zu machen, nur um die Zinsen für die Guthaben aufzubringen.
Kann ein solches System überhaupt als richtig bezeichnet werden?

Firmengründung.
Nehmen wir an, Herr Kredit braucht einen Kredit von 2 Mio. 1 Mio. hat er selbst, und eine Zweite hat er sich gerade von der Bank zu 10% Zinsen = 100.000 € geliehen. Die eigene Mio. verleiht, investiert er sozusagen an sich selbst an seine eigene KG, AG oder GmbH, (ich nenne sie mal Firma A) zu 5 Prozent = 50.000 €. So muss die neu gegründete Firma A im ersten Jahr bereits 150.000 €. an Zinsen aufbringen, wovon er 50.000 €. an sich selbst bezahlt. Diese 150.000 €. kalkuliert er selbstverständlich, als Kosten, genauer als Kapitalkosten, mit in seine Verkaufspreise ein.


Somit ist erkennbar, es spielt überhaupt keine Rolle, ob der Unternehmer Fremd- oder Eigenkapital zur Finanzierung seiner Geschäfte heranzieht. Zinsen entstehen immer in unserem Geldsystem und in jedem Geschäft.


Diese muss der jeweilige Käufer der Produkte, die der Unternehmer herstellt oder mit denen er handelt, ohne Gegenleistung mitbezahlen. Der Endverbraucher bezahlt die aufgelaufene Summe der in der Produktions- und Handels-kette entstanden Zinsen. Helmut Creutz spricht von 46 % Zinsanteil in den Waren-preisen. Ich bin sicher dass das stimmt. Trotz-dem gehe ich zunächst „nur“ von 30% aus.

Kalkulation des Herrn Kredit.
Nehmen wir an, die von Herrn Kredit, gerade neu gegründete Firma A fördert Erze. Es fallen also im ersten Jahr Zinsen von 150 000 € an. Wenn wir jetzt z.B. von einer Förderleistung von 150.000 t/jährlich ausgehen, so ist eine Tonne mit 1,- € Zinsen belastet. Die Firma A verkauft das Erz an die Firma B. Auf den Verkaufspreis wird die MWST gerechnet. Da von einem durch Kapitalkosten erhöhten Preis ausgegangen werden muss, ist auch die MWST höher. Mit anderen Worten, in der MWST ist ein kleiner Teil ein Kapitalkostenanteil. Die Firma B kauft also das Erz zu einem Preis, der die Kapitalkosten der Firma A bereits beinhaltet. Firma B hat ebenfalls Kapitalkosten aufzubringen. Der gleiche rechnerische Vorgang wiederholt sich also hier. Auch in der Firma C, die das weiterverarbeitete Produkt von der Firma B kauft, wiederholt sich der Rechenvorgang. Die Firma D, die das Produkt von der Firma C kauft, muss also die Kapitalkosten der Firmen A,B und C und die Kapitalkosten, die in der jeweiligen MWST enthalten ist, mitbezahlen und ihre Kapitalkosten drauf kalkulieren. Das setzt sich so lange fort, bis schließlich aus dem Rohstoff ein Automobil geworden ist.

Kosten / Leistung.
Für die von Unternehmen und anderen Kreditnehmern bezahlten Zinsen erbringen die Empfänger der Zinsen keine Leistung. Und genau hier liegt das Problem in der freien Marktwirtschaft, die mit diesem Geldsystem arbeitet.

Andere Kostenstellen....
müssen selbstverständlich für die fehlende Leistung belastet werden. In erster Linie bieten sich die Lohnkosten an, denn diese kann jeder Unternehmer sofort erkenne und brauch nicht viel herumzurechnen, wo er denn letzten Endes sparen könne.

Prof. Dr. Dr. Wolfgang Berger sagt dazu:
Geldvermögen wachsen exponentiell. Das große Drama ist, dass nur wenige Menschen sich vorstellen können, was exponentielles Wachstum bedeutet. Die sich fortlaufend beschleunigende Vermehrung der Geldvermögen setzt voraus, das es - quasi spiegelbildlich - auch ein sich fortlaufend beschleunigende Vermehrung der Schulden gibt. Ohne diese beiden gegenläufigen Bewegungen ist unser „System“ nicht lebensfähig: Die Zinseszinsen können den Guthaben nur zugeschrieben werden, wenn es Schuldner gibt, deren Gläubiger an sie glauben.

Wir müssen entscheiden:
Entweder behalten wir unsere Geld- und Finanzordnung bei und zerstören das Leben oder wir reformieren sie grundlegend und dienen dem Leben.

Bücher Empfehlungen:
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